La Chaise
Eames-Loungesessel von 1948 mit weißer Schale aus Polyesterharz auf einem Sockel aus Chrom und Eiche.
1470 × 880 × 870 mm
Source: technical drawing image — La Chaise (only one configuration)
1948
Beschreibung
Überblick
La Chaise ist der Loungesessel, mit dem Charles und Ray Eames 1948 am Wettbewerb des New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) teilnahmen, den Vitras Magazin als „International Competition for Low-Cost Furniture Design“ bezeichnet. Vitra verbindet Name und Form mit „Floating Figure“, einer Skulptur von Gaston Lachaise, und das Factsheet spricht von einem großzügigen Möbelstück, das der sitzenden Person die Wahl zwischen vielen Sitz- und Liegepositionen lässt. Vitras Magazin beschreibt es als Ein- oder Zweisitzer.
Konstruktion
Vitras Materialangaben nennen eine Schale aus Polyesterharz mit weißem Lackfinish, einen verchromten Rohrstahlsockel und einen kreuzförmigen Fuß aus massiver Eiche, natur, mit Hartwachsöl-Finish. Das Magazin beschreibt drei eigenständige Komponenten: Die Schale sitzt auf fünf verchromten Stahlstäben, die im kreuzförmigen Eichenfuß verankert sind. Die Eiche (Quercus robur) stammt aus Westeuropa und/oder Polen, und es gibt nur eine einzige Konfiguration.
Spezifikationen
1470 mm breit, 870 mm tief und 880 mm hoch. Schale: weiß. Sockel: 01 Chrom für die Stäbe, 10 Eiche natur mit Hartwachsöl für den Fuß.
Geschichte
Entstanden für einen Wettbewerb
Der Sessel wurde für den Wettbewerb des New Yorker Museum of Modern Art von 1948 entworfen, bei dem Charles und Ray Eames ihn als Loungesessel einreichten. Vitras Produktseite und das Factsheet nennen beide 1948 als Entstehungsjahr, und die Titelzeile des Factsheets lautet Charles & Ray Eames, 1948. Laut Vitras Magazin sah das Eames Office darin funktionales Möbel für Gespräch, Erholung und Spiel, doch seine massive, skulpturale Form machte es für die Serienproduktion zu aufwendig.
Eine Skulptur als Namensgeber
Vitra bringt den Loungesessel mit Gaston Lachaises „Floating Figure“ in Verbindung. Die voluminöse Form der Skulptur weist deutliche Parallelen zum Sessel der Eameses auf, und das Magazin bezeichnet den Namen als spielerische Anspielung auf den Künstler; die Skulptur diente als Inspirationsquelle. Das Factsheet ergänzt, dass La Chaise seit langem als Ikone des organischen Designs gilt, und das Magazin führt ihre ungewöhnliche Form auf Ray Eames’ Ausbildung als Malerin und ihre Vorliebe für organische Formen zurück.
Der Weg in die Produktion
In einem Interview im Vitra-Magazin erinnert sich Rolf Fehlbaum daran, dass die Sammlung des MoMA nur das eine Wettbewerbsmodell besaß. Mitte der 1980er-Jahre fragte er Ray Eames, ob Vitra es produzieren könne, falls das MoMA die Genehmigung erteile; seit 1990 fertigt Vitra La Chaise in handwerklicher Manier. Der Magazinbeitrag über den Sessel besagt, dass er seit 1990 ausschließlich von Vitra hergestellt wird. Fehlbaum nennt ihn nach den Kriterien des Wettbewerbs einen Flop, da er sich nicht so wirtschaftlich fertigen lässt, wie die Eameses es sich vorgestellt hatten, aber eine sehr schöne Skulptur ist.
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